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Maturitätsfeier 2026: Unsere Maturienten heben ab!

24.06.2026
Nachdem die Appenzeller Maturi-Enten sechs Jahre lang eifrig Wissen aufgepickt und die Gänge des altehrwürdigen Gymnasiums St. Antonius mit fröhlichem Geschnatter belebt hatten, versammelten sich am 19. Juni 2026 34 der 35 Maturandinnen und Maturanden zusammen mit Eltern, Freunden und Gästen festlich gewandet im Theatersaal zur feierlichen Übergabe der Maturitätszeugnisse.

Nachdem die Appenzeller Maturi-Enten sechs Jahre lang eifrig Wissen aufgepickt und die Gänge des altehrwürdigen Gymnasiums St. Antonius mit fröhlichem Geschnatter belebt hatten, versammelten sich am 19. Juni 2026 34 der 35 Maturandinnen und Maturanden zusammen mit Eltern, Freunden und Gästen festlich gewandet im Theatersaal zur feierlichen Übergabe der Maturitätszeugnisse.

Lob des Rektors
In seiner Begrüssungsrede lobte Rektor Marco Knechtle den diesjährigen Maturajahrgang. Bereits in den von ihm geleiteten Schultheaterproduktionen habe sich abgezeichnet, dass ein «wunderbarer Jahrgang» heranwachse, bei dem Talent und Können verwoben sei. Stolz sei er ausserdem darauf, zwei «Schweizer Jugend forscht»-Preisträger (Sandro Fuchs, Rea Waibel) in den Reihen der diesjährigen Maturandinnen und Maturanden zu wissen.

Wichtig für Innerrhoden
In ihrer Grussbotschaft sprach Frau Landammann Angela Koller die Maturandinnen und Maturanden als «Gereifte» an: Das Reifezeugnis schliesse einen jahrelangen Weg ab, es sei aber gleichzeitig eine Art Eintrittsbillett für eine Vielfalt an weiteren Wegen. Koller rief die jungen Erwachsenen dazu auf, mit Zuversicht und Selbstbewusstsein neue Welten zu erschliessen, dabei aber Geduld mit sich selbst zu haben. Am Beispiel der zehnjährigen abenteuerlichen Seefahrt des Odysseus erwähnte sie, dass Reisen anders verlaufen können als geplant. Schliesslich dankte Koller all jenen, welche die Schülerinnen und Schüler unterwegs zum Etappenziel Matura begleiteten und unterstützten. Der Abschluss eines Maturajahrganges sei für den gesamten Kanton Appenzell Innerrhoden jeweils ein spezieller Moment.

«Geopolitik ist nicht lustig»
Festredner Christoph Frei, «Kollegianer» mit Maturajahrgang 1980 und Titularprofessor für Politikwissenschaft an der Universität St. Gallen, fand mit seinen erfrischend direkten, offenen und persönlichen Worten sofort den Draht zu den Maturandinnen und Maturanden. Die Theatersaalbühne lasse, so Frei, viele persönliche Erinnerungen wach werden. Er habe ursprünglich eine Rede mit politischen Inhalten verfasst, welche ihm dann aber in Anbetracht der Geopolitik als zu schwer und dunkel für den Festanlass erschien. So habe er beschlossen, dem Publikum lieber sieben Überzeugungen zu präsentieren, an die er als junger Mensch und frisch gebackener Maturand fest geglaubt hatte, bis sie sich jedoch alle früher oder später als falsch herausstellten und daher zu revidieren waren. Beispiele: «Gute Noten sind alles», «Erfolg ist alles», «Bildung ist Akkumulation von Wissen und Wissen ist Macht», «Ich schaffe das alleine und bin meines Glückes Schmied». Obwohl es spannend und lehrreich wäre: Der Platz reicht nicht, um Christophs Erläuterungen zu den «sieben Irrtümern» wiederzugeben, aber es soll immerhin der Versuch unternommen werden, Kernaussagen zusammenzufassen, welche dem Publikum mit auf den Weg gegeben wurden: Wichtig im Leben seien Offenheit und Neugierde; die entscheidenden Weichenstellungen im Leben Freis seien nämlich nicht Ergebnis einer festen Planung gewesen, sondern vielmehr Folgen von Glück und Zufall. In einer Zeit, in der wir «in Wissen, Daten und Informationen ersaufen», sei es ausserdem zentral, Kenntnisse über sich selbst zu gewinnen sowie die «guten Fragen» zu finden. Und: Nach Freis Erfahrung sind es das Scheitern und die Widerstände, die einem im Leben weiterhelfen, nicht Erfolgserlebnisse.

Ein ganz besonderer Tag
«Heute ist ein ganz besonderer Tag der Freude, der Stolzes, aber auch des Abschieds.» So leitete Dr. Aurel Kunz, Präsident der Maturitätskommission, seine an die Maturandinnen und Maturanden gerichteten Worte ein. Beide Klassen erreichten einen starken Notenschnitt von 4,8. 14 der insgesamt 34 Absolventinnen und Absolventen konnten zudem für einem Notenschnitt von 5,0 und höher ausgezeichnet werden. Für das beste Ergebnis (5,58) sorgte Salome Bolter (6A, SPF Latein); das «Notenpodest» vervollständigten mit einem Schnitt von je 5,5 Nadine Rechsteiner (6A SPF Latein) und Rouven Graf (6B SPF PAM). Das drittbeste Ergebnis erzielte Alessia Stöcklin (6A SPF Latein) mit 5,38. Zu Recht wies Aurel Kunz darauf hin, dass der Wert des Maturitätszeugnisses über die schulischen Noten hinausgeht, bescheinige es doch zusätzlich Reife und Ausdauer. Anschließend wurden die Maturazeugnisse überreicht.

«Ente gut, alles gut»
Als Vertreterin des Maturitätsjahrganges trat Nadine Rechsteiner ans Rednerpult. Ganz der Enten-Metaphorik folgend, hielt sie Rückschau auf den Weg, den sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler von der ersten bis zur sechsten Gymnasialstufe absolviert hatten. Während es in der Maturavorbereitung für die Entenschar vor allem darum gegangen sei, sich über Wasser zu halten, hätten in den vorangehenden Klassenstufen Sprünge ins kalte Wasser gewagt werden müssen. Man denke zum Beispiel an die Zusammenstellung des Herbars im 3. Gym., welche mit dem aktuellen Maturitätsjahrgang letztmalig stattgefunden habe. Nun ende die gemeinsame Zeit im gleichen Nest; diese «entlichen» Jahre hätten aber zahllose «beziehungsverstärkende Erinnerungen» geschaffen, die man mitnehme – ganz unabhängig davon, auf welchem Teich, Tümpel, Bach oder anderem Gewässer man sich im späteren Leben niederlasse. «Ente gut, alles gut!» Im Namen des gesamten Maturitätsjahrganges dankte Nadine den hilfsbereiten Damen des Sekretariatsteams sowie dem Hausdienst, der sich selbst dann um die Maturienten-Klassenzimmer kümmerte, wenn diese Wohnstätten echter Enten glichen.

Enten-Gesang
Der Maturajahrgang 2026 komponierte eigens ein Maturalied, das für einen besonders emotionalen Moment der Feierstunde sorgte. Besungen wurden vielerlei Erfahrungen der «Enten» in ihrer langen Gymi-Zeit, während der Refrain das Abheben und Fliegen nach bestandener Matura beschrieb. Wir wünschen Euch Maturienten allzeit guten Flug, den offiziellen Flugschein habt ihr ja jetzt. Erobert die Lüfte, pickt weiter fleissig Wissen auf, teilt es mit Mitmenschen in Nah und Fern, damit ihr jene Weisheit erlangt, welche (Maturi-) enten nachgesagt wird. Bleibt demütig. Danke, dass ihr unsere Maturienten wart!

Oliver Schwarz